E-Auto auf dem Land: Ein sonniger Platz auf dem Dach

Bevor das E-Auto und bidirektionale Lades?ule kommen, muss die Solaranlage aufs Dach. TR-Redakteurin Jo Schilling berichtet von den Vorarbeiten.

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Solaranlage installiert: 30 Quadratmeter auf dem Haus und 20 auf dem Garagendach.

(Bild: Jo Schilling)

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Eine der Voraussetzungen für unsere Projektteilnahme an i-Rezept, um die Kombi aus Solaranlage und dem E-Auto als Batteriespeicher auszuloten, war eine Solaranlage auf dem Dach. Der Wille, E-Mobilit?t auf dem Land auszuprobieren war da, die Solaranlage nicht. Der Haken: Der Rollout der Fahrzeuge und damit der Projektbeginn war auf das erste Quartal 2020 festgelegt. Zur Erinnerung: Die Anfrage kam im November. Wir mussten also bis sp?testens M?rz Strom vom Dach haben, um das E-Auto zu laden und die wertvollen Daten zum bidirektionalen Laden liefern zu k?nnen.

E-Auto auf dem Land

(Bild:?

Nissan

)

TR-Redakteurin Jo Schilling wohnt auf dem Land – so richtig "Land". Ein E-Auto scheint sich dort nicht so recht anzubieten, dennoch wagt sie das Experiment. Sie nimmt teil am Forschungsprojekt "i-rEzEPT". Zwei Fraunhofer-Institute, Bosch und Nissan wollen dabei untersuchen, wie gut sich ein Elektroauto als Batteriespeicher für die Solaranlage auf dem heimischen Dach eignet. Hier berichtet sie über ihre Erfahrungen – von der Installation der Anlage bis zum bidirektionalen Laden.

Wie bekommt man nun in drei Monaten eine Solaranlage auf sein Dach, mit der man ein E-Auto sinnvoll tanken kann? Wieviel Leistung muss so eine Anlage haben? Welche Dachfl?che braucht man, um diese Leistung zu installieren – und haben wir genügend davon?

Die Leistungsfrage konnten wir schnell mit den Projektpartnern kl?ren. Eine Mail an Nissan und wenige Tage sp?ter wussten wir, dass es schon 10 Kilowatt sein sollten. Da wir bis zu der Anlagenleistung unseren selbst erzeugten Strom auch kostenlos selbst verbrauchen k?nnen und eine Anlage mit jedem Kilowatt relativ gesehen günstiger in der Anschaffung wird, passte das zu unserer Vorstellung. H?tte die Anlage mehr Leistung haben müssen (wir wollten das Auto nicht aus dem Netzstrom laden) w?ren 40 Prozent der EEG-Umlage, also etwa 2,5 Cent, für jede Kilowattstunde unseres selbst produzierten Stroms f?llig gewesen.

Nicht ganz so einfach ist hingegen die Antwort auf die Frage nach der erforderlichen Dachfl?che. Den Satz: "Es kommt darauf an", habe ich im Dezember 2019 h?ufiger geh?rt. Zumindest wenn man ein altes Dach mit Belüftungs?ffnungen und dicken Schornsteinen hat, sind Gr??e und Form der Module ein nicht zu untersch?tzender Faktor.

Wir sind auf ungef?hr 50 Quadratmeter Dachfl?che gekommen – idealerweise natürlich mit Blickrichtung nach Süden. Haben wir aber nicht. Unser Haus tr?gt zwar ein gro?es Walmdach aber nur die kleine Fl?che geht nach Süden, im Osten ist eine Gaube im Dach, im Westen stehen gro?e B?ume. Aber da ist ja noch die Garage. Auch Walmdach, aber wenigstens mit freier Sicht nach Westen. Also haben wir die Solaranlage aufgeteilt: 30 Quadratmeter auf dem Haus und 20 auf dem Garagendach.

Soweit die Vordenke, den Rest musste ein Anlagenbauer machen und war vermeintlich Formsache. Allerdings waren die gro?en Anbieter mit Komplettl?sungen bei den ersten Kontaktversuchen sowohl bei den Investitionskosten als auch bei den Terminen gro? im Planen. Zu gro? für unser Budget und vor allem w?re uns das Projekt zeitlich geplatzt. Auch Anbieter aus der Region fühlten sich inzwischen zu gro? für kleine Anlagen. Zu viele Landwirte bauen sich gro?e Anlagen auf die Scheunen. über ein Internetportal haben am Ende zwei kleine Anbieter Kontakt mit uns aufgenommen. Der eine wollte uns ein Blockheizkraftwerk verkaufen. Der andere war Herr B. Ein Blockheizkraftwerk wollten wir dann doch nicht, also haben wir uns von Herrn B. ein Angebot machen lassen. Dafür haben wir fotografiert, gemessen, Kabeltrassen geplant, aber nie Herrn B. pers?nlich kennen gelernt. Das Angebot hatten wir nach zwei Tagen, haben es über die Weihnachtstage geprüft und im Januar rückte der erste Bagger an. Ja, ein Bagger.

(jle)

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