Insiderhandel-Vorwurf: iPhone von US-Senator beschlagnahmt

In einer Untersuchung auff?lliger Aktienverk?ufe eines US-Senators kurz vor dem Corona-Crash sollen dessen iCloud- und iPhone-Daten neue Hinweise bringen.

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Burr ist unter anderem Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im US-Senat.

(Bild: Screenshot)

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Das US-Justizministerium hofft offenbar darauf, aus iCloud- und iPhone-Daten weitere Erkenntnisse zu den Aktienverk?ufen des US-Senators Richard Burr zu erhalten. Strafverfolger der US-Bundespolizei haben nach Informationen der Los Angeles Times inzwischen das Mobiltelefon des republikanischen Senators beschlagnahmt. Zuvor habe das FBI bereits per Durchsuchungsbeschluss iCloud-Daten des Senators bei Apple abgefragt – und mit dort erlangten Informationen offenbar auch den Durchsuchungsbeschluss für das iPhone erwirkt.

Die Untersuchung solle kl?ren, ob Burrs Aktienverk?ufe kurz vor dem ersten gro?en Corona-B?rsencrash unter Insider-Handel fallen. Als Vorsitzender des Geheimdienst-Ausschusses sei der Senator vor den Verk?ufen in t?glichen Briefings von Public-Health-Spezialisten unterrichtet worden.

Burr habe dann in 33 Transaktionen einen signifikanten Teil seines Portfolios im Wert zwischen rund 700.000 und 1,7 Millionen US-Dollar abgesto?en – rund eine Woche vor dem Crash Anfang M?rz. Auch der Schwager des Senators habe parallel Aktien verkauft, schreibt die Los Angeles Times unter Berufung auf Strafverfolger. Die Ermittler würden sich nun auf die Kommunikation zwischen dem US-Senator und seinem Broker konzentrieren. Derartig umfassende Durchsuchungsbeschlüsse gegen einen aktiven Senator müssten von hochrangigen Mitarbeitern des Justizministeriums abgesegnet werden.

Auf welche iCloud-Daten des Senators die Ermittler Zugriff erhalten haben, bleibt unklar. Die automatisch erstellten iPhone-Backups umfassen unter Umst?nden auch alle Textnachrichten sowie die über Apples Krypto-Messenger iMessage geführten Unterhaltungen. Für die iCloud-Backups kommt bei Apple bislang keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Einsatz, der Hersteller besitzt einen Schlüssel für die Daten.

Ob die Ermittler in der Lage sind, das iPhone des Senators zu entsperren – oder ob dieser freiwillig den Ger?tecode herausgegeben hat –, ist unbekannt. Im gro?en Streit zwischen FBI und Apple um die Entsperrung eines iPhones im Jahr 2016 wollte Burr Berichten zufolge Konzerne ursprünglich unter Strafandrohung mit einem Gesetz zur Entschlüsselung von Daten zwingen – sei davon aber wieder abgerückt. (lbe)

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