Altmaier gegen Recht auf Homeoffice – Keine "staatliche G?ngelei"

Viele Besch?ftigte sind ins Homeoffice gewechselt. Doch soll es bald ein Recht geben, zuhause arbeiten zu dürfen? Peter Altmaier hat dazu eine klare Position.

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(Bild: Shutterstock/Andrey_Popov)

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich gegen ein gesetzlich verankertes Recht auf Arbeit von zu Hause ausgesprochen. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir brauchen vor allem weniger Bürokratie, nicht immer neue staatliche Garantien. Ich bin überzeugt, dass viele Betriebe von sich aus mehr Homeoffice erm?glichen, aber es passt eben nicht überall, vor allem wenn der direkte Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern notwendig ist."

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Altmaier sagte, er habe volles Vertrauen in Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Betriebsr?te, dass vor Ort die richtigen L?sungen gefunden werden. "Staatliche G?ngelei w?re grundfalsch."

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte angekündigt, er wolle das Recht auf Arbeit von zu Hause aus gesetzlich verankern und bis zum Herbst dazu ein neues Gesetz vorlegen. "Jeder, der m?chte und bei dem es der Arbeitsplatz zul?sst, soll im Homeoffice arbeiten k?nnen – auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist", hatte Heil der Bild am Sonntag gesagt. "Man darf entweder komplett auf Homeoffice umsteigen oder auch nur für ein oder zwei Tage die Woche", erkl?rte Heil.

Aus der Union und der Wirtschaft hat es dazu skeptische Stimmen gegeben. "Politische Ladenhüter aus der Zeit vor dem gr??ten Wirtschaftsrückgang seit vielen Jahrzehnten aufzuw?rmen, wirkt etwas aus der Zeit gefallen", hatte der Hauptgesch?ftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb?nde, Steffen Kampeter, gesagt. "Wir brauchen ein Belastungsmoratorium statt weiterer Vorgaben, die Wachstum und Flexibilit?t beschr?nken."

Laut einer Umfrage ist jeder dritte Besch?ftigte in der Corona-Krise ins Homeoffice gewechselt. 35 Prozent gaben in der ersten Aprilh?lfte an, teilweise oder vollst?ndig von zu Hause aus zu arbeiten, wie das Deutsche Institut der Wirtschaftsforschung auf Basis des Sozio-?konomischen Panels ermittelte. Vor der Corona-Krise haben nur 12 Prozent gelegentlich oder immer den heimischen Schreibtisch genutzt, hatte das Institut Mitte Mai mitgeteilt. Vor allem Besch?ftigte mit h?heren Einkommen und h?herer Bildung konnten demnach ins Homeoffice wechseln.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht davon aus, dass die Corona-Krise einen langfristigen Wandel hin zur Arbeit au?erhalb des Büros angesto?en hat. Er rechne damit, dass in zehn Jahren rund jeder zweite Besch?ftigte des Online-Netzwerks so arbeiten werde, sagte Zuckerberg in einem Interview am Donnerstag. Zuvor hatte bereits unter anderem Twitter angekündigt, dass alle Mitarbeiter auch nach dem Ende der Krise ihre Jobs von Zuhause aus fortführen k?nnten, wenn ihre Aufgaben dies zulassen.

(bme)

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