Betrug rund um Coronavirus blüht

Betrug floriert in der Corona-Pandemie. US-Zahlen zeigen stark steigende Sch?den. Betroffen sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 70 Beitr?ge

Einsatzfahrzeuge der Polizei der Stadt New York (Symbolbild)

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Von

Kriminelle nutzen die Coronavirus-Pandemie für neue Betrugsmaschen. Die Fallzahlen sind so hoch, dass die US-Handelsbeh?rde FTC ihre Statistik sogar werkt?glich aktualisiert. Von Jahresbeginn bis Ostersonntag haben sich 16.788 Betroffene bei der FTC gemeldet und Sch?den von 12,78 Millionen US-Dollar (11,7 Millionen Euro) gemeldet. Die Dunkelziffern sind vielfach h?her.

Mehr zum Coronavirus:

Dabei steigen die gemeldeten Betrugsf?lle rasch an. Bis Ende M?rz waren erst 7.800 Anzeigen mit einer Gesamtschadenssumme von 4,77 Millionen Dollar erstattet worden. Also sind mehr als die H?lfte aller Anzeigen und fast zwei Drittel der Schadenssumme in den ersten zw?lf Apriltagen gemeldet worden. Die Kriminellen arbeiten meist online sowie per SMS und Telefonanruf.

Das US-Justizministerium hat eine Liste der besonders verbreiteten Betrugsmodelle ver?ffentlicht:

  • Automatisierte Telefonanrufe mit Feilbieten von Masken, die nie geliefert werden
  • Betrügerische Spendenaufrufe, beispielsweise in sozialen Netzwerken
  • Falsche Versprechen staatlicher Hilfszahlungen, wenn das Opfer Daten übermittelt
  • Verkauf falscher Testkits, COVID-19-Heilungen, Immunit?tspillen oder Schutzausrüstung
  • Betrügerische Angebote kostenfreier COVID-19-Tests, wenn das Opfer Krankenversicherungsdaten preisgibt. Diese Daten werden dann für betrügerische Antr?ge gegenüber der Versicherung genutzt.
  • Datensammlung durch echte Gesundheitsdienstleister, die dann mit der Versicherung weitere, gar nicht erbrachte Leistungen abrechnen

Mit geringerer H?ufigkeit aber überdurchschnittlich hohen Schadenssummen kommt es zu Attacken auf Unternehmen. Beispielsweise geben sich Betrüger als Vorgesetzte aus und ordnen die Bezahlung angeblicher Rechnungen an. Im Homeoffice ist es oft schwieriger, Verdacht zu sch?pfen oder die Authentizit?t solcher Anordnungen zu verifizieren.

Die FTC-Statistik über Meldungen von Corona-Kriminalit?t bis 12. April weist rund 9.400 Betrugsanzeigen im engeren Sinne aus. In fast der H?lfte dieser F?lle ist den Opfern ein finanzieller Schaden erwachsen. Auf diese Vorf?lle bezieht sich die Schadenssumme von umgerechnet rund 11,7 Millionen Euro. Der Medianwert pro Schadensfall liegt bei 570 Dollar (522 Euro).

Dazu kommen über 1.000 F?lle von bereits bemerktem und gemeldetem Identit?tsdiebstahl sowie rund 1.200 Meldungen über Telefonanrufe bei denen Eintr?ge in die Sperrliste (Do-Not-Call) ignoriert wurden. Die Anrufer werben nicht nur um Bestellungen oder vorgebliche Garantievertr?ge für bereits get?tigte K?ufe. Verbreitet sind auch Bel?stigungen durch angebliche Beh?rden, Gesundheitsdienstleister oder Familienmitglieder. Andere T?ter behaupten beispielsweise, im Auftrag von Geldinstituten beim Schuldenmanagement "helfen" zu wollen.

Schlie?lich hat die FTC noch mehr als 5.300 "sonstige" Anzeigen zu bearbeiten. Dazu geh?ren tausende Beschweren mit Bezug zu Stornierungen und fehlenden Rückerstattungen im Reisebereich, gefolgt von diversen Problemen beim Einkauf im Internet.

Am Montag haben FTC und Justizministerium den Arbeitgebern die Rute ins Fenster gestellt. Die Gesetzeshüter warnen vor Kartellbildung auf dem Arbeitsmarkt. Koordinierte Reduktion von Arbeitsstunden oder Geh?ltern sowie übereinkommen gegen das Abwerben von Mitarbeitern sollen insbesondere dort streng geahndet werden, wo Arbeitskr?fte betroffen sind, die für den Einsatz gegen die Coronavirus-Pandemie essenziell sind. (ds)

汤姆叔叔影院