Datenschutzbeauftragter mahnt: Kein WhatsApp für Bundesbeh?rden

Ulrich Kelber weist "aus gegebenen Anlass" darauf hin, dass auch in Corona-Zeiten Bundesbeh?rden WhatsApp nicht nutzen dürfen.

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(Bild: BigTunaOnline/Shutterstock.com)

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"Aus gegebenem Anlass m?chte ich darauf hinweisen, dass der Einsatz von WhatsApp für eine Bundesbeh?rde ausgeschlossen ist", hei?t es in einem Schreiben des Bundesdatenschutzbeauftragtem, Ulrich Kelber, der an alle Bundesministerien und obersten Bundesbeh?rden adressiert ist. Die gegenw?rtige Corona-Krise führe zu ver?nderten Kommunikationswegen, der Datenschutz dürfe deshalb aber nicht vernachl?ssigt werden.

Zu dem "gegebenen Anlass" geh?ren Beschwerden von Bürgern wegen der Nutzung von WhatsApp durch Bundesbeh?rden, die der Datenschutzbeh?rde vorliegen. Kelber bezeichnet die automatisch an Facebook übertragenen Daten als "kleiner Mosaikstein", der zur verst?rkten Profilbildung des sozialen Netzwerks beitrage. WhatsApp ist zwar Ende-zu-Ende-verschlüsselt, schickt aber Metadaten an den Mutterkonzern. "Allein aus der Tatsache, dass zum Beispiel ein Bürger mit einer Bundesbeh?rde kommuniziert hat, sowie der H?ufigkeit der Nachrichten, lassen sich Rückschlüsse ziehen."

In dem Schreiben, das Netzpolitik.org ver?ffentlicht hat, wird auch das bisherige Vers?umnis, einen datenschutzfreundlichen Dienst zu etablieren, kritisiert, und zudem an das Bewusstsein, eine Vorbildfunktion als ?ffentliche Stelle des Bundes zu haben, appelliert.

WhatsApp ist mehr als fünf Milliarden Mal runtergeladen worden, zwei Milliarden Nutzer sollen die App regelm??ig verwenden. Wegen des Umgangs mit den Metadaten steht der Messenger schon lange in der Kritik. Die Frage nach einer Alternative gibt es in vielen Bereichen – Einigkeit herrscht dabei keine. Die Bundeswehr etwa setzt in der Kommunikation auf Matrix. Das EU-Parlament hatte zun?chst tats?chlich den Einsatz von WhatsApp empfohlen, ist dann aber zurückgerudert und sprach sich zun?chst für Cisco Jabber aus.

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[Update 15.05.2020 8.30 Uhr] Ein WhatsApp-Sprecher sagt: WhatsApp teilt keine Metadaten mit Facebook, die der Profilbildung dienen oder anderweitig für Facebook-Produkte und Werbung genutzt werden. (emw)

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