GVU-Insolvenz: Die Piratenj?ger sind pleite

über 35 Jahre jagte die GVU Raubkopierer und Filesharer, sorgte dabei auch selbst für Schlagzeilen. Jetzt ist der Verein insolvent.

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(Bild: Shutterstock/Olivier Le Moal)

Von
  • Volker Briegleb

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat Antrag auf Er?ffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Zum Insolvenzverwalter wurde laut Bekanntmachung des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg der Berliner Rechtsanwalt Torsten Martini bestellt (Az. 36g IN 1933/20). Die GVU kann auf einige Erfolge im Kampf gegen die Verbreitung illegaler Kopien zurückblicken, hat aber auch selbst für Schlagzeilen gesorgt.

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Die GVU war 1985 von Organisationen der Filmbranche gegründet worden, um gegen illegale Kopien von Filmen auf Videokassetten vorzugehen. Ende der 1990er Jahre stie? die Computerspielebranche zum Unterstützerkreis hinzu. Im Jahr 2000 wurde Microsoft Mitglied und das Aufgabengebiet der GVU erweiterte sich auch auf Anwendungssoftware. Mit Aufkommen des Internets ging die GVU gegen alle m?glichen Urheberrechtsverletzungen vor. Auch Musik- und Verlagsbranche z?hlten zu den Unterstützern des Vereins.

über die weiteren Hintergründe der Insolvenz ist zur Stunde nicht viel mehr bekannt. Offenbar hatten zuletzt Geldgeber ihre Unterstützung entzogen. So hatte das gew?hnlich gut informierte Blog Tarnkappe berichtet, dass der Verband der US-Filmindustrie der GVU seine Unterstützung entzogen und die GVU den Betrieb eingestellt hatte. Zuletzt war es auch stiller geworden um den Verein, der in den vergangenen Jahren h?ufiger für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Bei der GVU haben Experten aus verschiedenen Bereichen zusammengearbeitet, um Urheberrechtsverletzungen aufzuspüren, erste Ermittlungen anzustellen und Verst??e dann zur Anzeige zu bringen. Im Laufe der Jahre konnte die GVU mit einigen Erfolgen für Aufsehen sorgen. Ein H?hepunkt war die Razzia gegen die Hinterm?nner des Filesharing-Portals Kino.to, die in mehrere Verurteilungen zu Haftstrafen mündete. Zuletzt konnte sich die GVU die Stilllegung des Filehosters share-online.biz auf die Fahnen schreiben.

Selbst ins Visier der Beh?rden geriet die GVU Anfang 2006, nachdem gemeinsame Recherchen von c't und onlinekosten.de fragwürdige Ermittlungsmethoden der Piratenj?ger aufgedeckt hatten. Die GVU hatte demnach die Verbreitung von illegalen Kopien auch aktiv unterstützt, um Informationen über die Szene zu sammeln. In einem anderen Verfahren rügten Richter die Rolle der GVU-Ermittler und deren zu gro?e N?he zu staatsanwaltlichen Ermittlungen. (vbr)

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