Staatshilfe-Gespr?che bei Lufthansa: Piloten bieten Gehaltsverzicht

W?hrend die Fluggesellschaft mit dem Staat über ein Rettungspaket verhandelt, bieten die Piloten einen freiwilligen Gehaltsverzicht bis zum Sommer 2022.

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Die Verhandlungen über milliardenschwere Staatshilfe für die in der Corona-Krise schwer belastete Lufthansa dauern an. In Regierungskreisen war am Freitag von anhaltenden Gespr?chen die Rede. Wie die Deutsche Presse-Agentur bereits erfahren hatte, geht es um ein Rettungspaket in H?he von neun bis zehn Milliarden Euro.

Laut einem Bericht des "Spiegel" soll gut die H?lfte davon – 5,5 Milliarden Euro – als stille Beteiligung flie?en. Dafür verlange der Bund eine direkte Beteiligung von 25,1 Prozent an dem Dax-Konzern sowie eine Garantiedividende von neun Prozent. Zudem solle die staatliche F?rderbank KfW 3,5 Milliarden Euro bereitstellen. Die Regierung bürge dafür. Weder das Finanzministerium die noch Lufthansa wollten den Bericht kommentieren.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte kürzlich vor einem zu gro?en Staatseinfluss auf sein Unternehmen gewarnt. Man k?nne einen Konzern nur sehr schwer steuern, wenn mehrere Regierungen Einfluss auf operative Gesch?ftsaufgaben nehmen wollten, sagte Spohr der Wochenzeitung "Die Zeit". Anstelle des direkten Staatseinstiegs prüft die Lufthansa auch eine Insolvenz in Eigenverwaltung.

Kosten sparen k?nnte der Konzern bei den Geh?ltern. Die Piloten der Lufthansa bieten dem Unternehmen einen freiwilligen Gehaltsverzicht bis zum Sommer 2022. Voraussetzung ist laut einer Mitteilung vom Donnerstag der Verzicht auf die Insolvenz in Eigenverwaltung. Ein derartiges Schutzschirmverfahren erfülle die Anforderungen nicht, die Krise sozialpartnerschaftlich zu überwinden, teilte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit.

Das Angebot beinhalte für die mehr als 5000 aktiven Piloten im Konzerntarifvertrag ein um bis zu 45 Prozent abgesenktes Gehalt und habe ein Gesamtvolumen von 350 Millionen Euro. Enthalten sei auch eine weitere, kurzzeitig wirksame Absenkung des Kurzarbeitergeldes. Aktuell seien die Cockpitkosten mit Einverst?ndnis der Gewerkschaft bereits um mehr als 50 Prozent abgesenkt.

Im Falle einer Insolvenz in Eigenverwaltung stünden Betriebsrenten und übergangsvergütungen zur Disposition, weil der Konzern versuchen k?nnte, die Pensionsverpflichtungen loszuwerden. Auch k?nnten leichter Tarifvertr?ge gekündigt und Besch?ftigte entlassen werden. Lufthansa hat für den gesamten Konzern bislang von einem Personalüberhang von rund 10.000 Besch?ftigten gesprochen, gleichzeitig aber das Ziel ausgegeben, m?glichst viele Besch?ftigte im Unternehmen halten zu wollen.

Aktuell fliegen die Lufthansa-Airlines wegen der Corona-Einschr?nkungen nur rund 1 Prozent des üblichen Programms. Trotz massiver Kurzarbeit laufen viele Fixkosten weiter, sodass das Unternehmen stündlich rund eine Million Euro Cash verliert und die Barreserven von mehr als 4 Milliarden Euro schmelzen. Belastend sind unter anderem Zinsen und ungünstige Kerosin-Vertr?ge, die noch von einem viel h?heren ?lpreis ausgegangen waren als dem aktuellen.

Die Luftfahrtbranche ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen. Auch andere Airlines versuchen, etwa mit Sparprogrammen die Krise zu überwinden. Aber auch Jobs stehen auf der Kippe. So geht der irische Billigflieger Ryanair davon aus, wegen der Krise bis zu 3000 Stellen abzubauen. Die Airline werde im Juli mit einem Restrukturierungsprogramm beginnen, teilte Ryanair am Freitag mit.

Betroffen von den Stellenstreichungen seien vor allem Piloten und Kabinenpersonal. Auch unbezahlter Zwangsurlaub, Gehaltskürzungen um bis zu 20 Prozent und die Schlie?ung von Standorten in ganz Europa seien zu erwarten, hie? es in der Mitteilung. Mitarbeiter in der Führungsebene und in der Verwaltung müssten ebenfalls mit Jobverlust und Gehaltskürzungen rechnen. Ryanair-Gesch?ftsführer Michael O'Leary stimmte zu, für das gesamte Haushaltsjahr auf die H?lfte seines Gehalts zu verzichten. (se)

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